Teigschiffchen mit Ziegenfrischkäse

laila Ibrahim
Laila Ibrahim, Syrien

Laila ist kurdische Syrierin aus dem nordöstlichen Dorf Khamischli. 2014 kam die fünfköpfige Familie als Flüchtlinge in die Schweiz. 2015 erhielten sie die B-Bewilligung und fanden eine Wohnung in Suhr. Laila arbeitet im Familientreffpunkt Su(h)rrli als Kinderbetreuerin und Gastgeberin. Sie spricht kurdisch, arabisch und inzwischen gut deutsch. In Syrien hat sie Psychologie studiert und im Schulsozialdienst gearbeitet. Ihr Mann Suleiman Khaled war Journalist und ist auf Arbeitssuche. Laila kocht gerne syrisch. Die Fatayer mit dem handgemachten Teig macht sie für Gäste oder am Wochenende. Dazu passt der Petersiliensalat Tabbuleh sehr gut. Wegziehen möchte Laila nicht mehr. Die Kinder sind hier gut integriert. Und wenn – dann höchstens zurück nach Syrien, sagt sie wehmütig.

fatayer

Fatayer
Teigschiffchen mit Ziegenfrischkäse

8 Stück

Teig:
½ kg Weissmehl
1 Ei
½ dl Olivenöl
1 dl Bier
1 TL Zucker
¼ Würfel Frischhefe (10.5 g)
½ TL Salz
1.5 dl Wasser

Füllung:
250 g Ziegenfrischkäse (alternativ Feta)
1–2 Eier
1 TL Schwarzkümmelsamen

– Teigzutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten und 30 Min. zugedeckt ruhen lassen.
– Für die Füllung Käse mit Eiern und Schwarzkümmel gut vermengen.
– Teig zu 8 Bällchen formen und zudecken.
– Jedes Bällchen zu einem ovalen Fladen ausrollen.
– 2 bis 3 Esslöffel Füllung auf einen Fladen verteilen. Den Rand etwas einfalten und die Enden zu einem «Schiffchen» zusammendrücken.
– Ofen auf 200° vorheizen.
– Die Teigschiffchen in etwa 10 Min. goldbraun backen.
– Warm servieren.

Noşicanbe! (kurdisch), Saha! (arabisch)

Anmerkungen:
Die Teigschiffchen werden auch zum Frühstück gegessen. Dazu wird Schwarztee getrunken.
Fatayer sind eine Art Teigtaschen und können unterschiedlich geformt werden

Rezepte von der Dorfschreiberin herself!

gabi kopp

Gabi Kopp, Schweiz

Gabi Kopp, 61 Jahre, aus Luzern, ist Illustratorin, Kochbuchautorin und die Dorfschreiberin 2018/2019. Zu dieser Ehre ist sie aufgrund ihrer Kochbücher und kulinarischen Recherchereisen gekommen. Als Mitbegründerin und Köchin des ehemaligen Genossenschaftsrestaurant Widder in Luzern und als langjährige Illustratorin hat sie die beiden Lieben zum Kochen und Zeichnen mit ihren Kochbüchern vereint. Auf Reisen nach Istanbul, Iran, Libanon, Zypern, Griechenland und in die Türkei hat sie vielen Köchen*innen in die Töpfe geschaut, ihre Rezepte aufgeschrieben und Interviews gemacht. Daraus sind ihre liebevoll illustrierten Kochbücher «Das Istanbul Kochbuch, «Das persische Kochbuch» und «Meze ohne Grenzen» entstanden. Kochkurse und Caterings im Zusammenhang mit ihren Büchern sind zu ihrem zweiten Standbein geworden. Die Ziegenfrischkäsekugeln sind ein von ihr abgewandeltes, persisches Rezept.

kugeln aus ziegenkäse

Dogmadsch
Kugeln aus Ziegenfrischkäse, Kräutern und Walnüssen
Aus «Das persische Kochbuch» von Gabi Kopp

4–8 Portionen

100 g Ziegenfrischkäse oder Feta
100 g Ricotta
1 Frühlingszwiebel
40 g frische Minzblätter
60 g Petersilie
20 g Estragon
100 g Walnüsse
4 EL feine Brotstreusel

– Ziegenfrischkäse zerbröckeln und mit dem Ricotta in eine Schüssel geben.- Frühlingszwiebel, Kräuter und Walnüsse feinhacken.
– Alle Zutaten gut vermengen.
– Kleine Kugeln in der Grösse von Truffes rollen und auf einen Teller legen. Dieser Fingerfood passt zusammen mit Fladenbrot hervorragend zu einem Apero.

Nusch-e Dschan! (Persisch)

und weil es so lecker ist, noch ein paar Rezepte – aus der Türkei, Kreta und Griechenland:

Erik çağla dövmesi
Dip aus unreifen Pflaumen und Ziegenkäse
Aus «Meze ohne Grenzen» von Gabi Kopp 

4 Portionen
100 g Ziegenfrischkäse
70 g Ricotta oder Ziger
150 g grüne Pflaumen (türk. Erik- wirklich unreife Pflaumen)
½ Zitrone, Saft
30 g Petersilie
20 g frische Minzblätter
1–2 Frühlingszwiebeln
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 hartgekochtes Ei (optional)

– Fruchtfleisch der Pflaumen vom Kern schneiden.
– Kräuter und Frühlingszwiebeln grob hacken.
– Pflaumenstücke in ein tiefes Gefäss geben. Zitronensaft, Petersilie, Minze, Frühlingszwiebeln beigeben und mit dem Stabmixer grob zerkleinern.
– Ricotta und Olivenöl beigeben und feinpürieren.
– das Ei feinwürfeln und daruntermischen.
– Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Als Dip mit Fladenbrot servieren.

Afjet olsun! (Türkisch)

***

Dakos
Gerstenbrot mit Tomaten und Ziegenfrischkäse
Aus «Meze ohne Grenzen» von Gabi Kopp

4 Portionen

4 trockene Gerstenbrötchen (Paximadi)
3 reife Tomaten
5 EL Olivenöl
Etwas frischer Oregano
Salz und Pfeffer
100 g Ziegenfrischkäse, Feta oder Ziger
Kapern, Frühlingszwiebeln, Oliven (optional)

– Tomaten fein würfeln und Oregano hacken.
– Die Tomatenwürfel mit dem Saft, 3 EL Olivenöl, der Hälfte des Oregano, Salz und Pfeffer mischen.
– 30 Min. im Kühlschrank ziehen lassen.
– Die Brötchen auf einen Teller legen und die Tomatenmischung darauf verteilen. Den zerbröckelten oder geschnittenen Käse darauf geben. Etwas Oregano und Olivenöl darüber geben.
– Nach Wunsch mit ein paar Kapern, gehackten Frühlingszwiebeln oder Oliven dekorieren.

Ein perfekter Dakos ist zur Hälfte noch knusprig und zur anderen Hälfte mit Tomatensaft und Olivenöl durchtränkt.

Kali orexi! (Griechisch)

Anmerkung: Paximadi sind kretische Zwiebackbrötchen aus Gersten-Vollkornmehl.

***

Xinotiri
Ziegenkäsemousse mit Sesam
Aus «Meze ohne Grenzen» von Gabi Kopp

4 Portionen

150 g Ziegenfrischkäse
50 g Joghurt
29 ml Buttermilch (optional)
1–2 TL schwarzer oder gerösteter Sesam
Olivenöl 

– Joghurt in einem Tuch oder Kaffeefilter 1-2 Std. abtropfen lassen.
– Ziegenfrischkäse, Joghurt und nach Wunsch Buttermilch mit einem Stabmixer zu einer cremigen Masse pürieren.
– Sesam daruntermischen und mit Pfeffer abschmecken. Kühlstellen.
– Zum Servieren je nach Konsistenz mit einem Löffel Portionen abstechen oder die Mousse in eine Schale füllen.
– Mit etwas Sesam bestreuen und Olivenöl beträufeln.

Dazu passen Brot und Salat.

Kali orexi! (Griechisch)

Ziegenfrischkäse mit Radieschenrelish

Und noch ein Gastgeschenk: eine Vorspeise von der bekannten Rezept-Forscherin Susanne Vögeli, Raum Acht, aus Aarau.

Ziegenfrischkäse mit Radieschenrelish
4 Portionen

120 – 200 g Ziegenfrischkäse
1 Bund Radieschen, gehobelt oder fein geschnitten
2 Frühlingszwiebeln, in feinen Ringen
½ –1 Peperoncino, ohne Samen, in feinen Ringen
3 EL milder weisser Essig, z.B. Reisessig
½ TL Zucker
3 Msp. Salz
Etwas Raps- oder Olivenöl

– Alle Zutaten für das Relish mischen und abschmecken. Etwas ziehen lassen.
– Ein Stück Frischkäse auf einen Teller geben, mit dem Relish umkreisen und mit Öl beträufeln.

E Guete!

Anmerkungen:
Die Radieschen bleiben knackig, auch wenn sie in der Marinade liegen. Die rote Radieschenhaut färbt den Relish mit der Zeit rosarot. Frische Radieschenblätter können als Salatblätter verwendet werden.

Ziegenfrischkäse kann mit Schaf- oder Kuhfrischkäse ersetzt werden.

 

WINTER: Chabis ond Rüebli

chabis ond rüebli
Lagergemüse oder Wintergemüse sind im Trend. Sie werden von Nord bis Süd und auf allen Kontinenten verwendet. In der Küche der Bärenmatte haben sich am 20. Januar Frauen aus Suhr getroffen und ein Rezept mit Chabis (Weisskohl) oder Rüebli (Karotten) aus ihrer Heimat zubereitet. Es sind Rezepte von vier Kontinenten zusammengekommen – von tibetischen Momos mit Chabis- oder Rüeblifüllung über einen mexikanischen Chabissalat, einen Gemüseeintopf aus Eritrea, polnischen und estnischen Chabisrezepten bis zu medizinischen Kniewickeln aus Chabisblättern einer Schweizerin. Wir stellen Ihnen die Rezepte gerne zur Verfügung.

 

Farbenprächtiger Chabissalat

maru
Maru Audétat, 
Mexiko
Maru, 47 Jahre, hat ihren Mann, einen Schweizer Chemiker, in Atlanta bei einem Thanksgiving kennengelernt. 2001 sind sie und Stephan in die Schweiz gezogen. Die Tochter ist in Amerika, der Sohn in der Schweiz geboren. 2010 haben sie in Suhr ein Haus gebaut und sich da niedergelassen. Zuhause kocht die Familie international, mexikanisch oder auch mal Schweizer Wähen. Maru kocht gerne, mehrmals hat sie im Kirchenlager für Jugendliche gekocht. Sie ist aktiv und engagiert – ob im Integrationsprogramm der Gemeinde oder im Vorstand des Sportvereins Suhr.

ensalada col

Ensalada col
Mexikanischer Chabissalat

4 Portionen

500 g Chabis (Weisskohl)
2 Tomaten
1 kleine rote Zwiebel
1 Rüebli (Karotte)
½ Pack Koriander
200 g Salatkäse
1 EL Olivenöl
Saft von 1 Limetten
½ EL Essig
Salz, Pfeffer

– Chabis in Schnitze schneiden, Strunk wegschneiden und in schmale Streifen schneiden.
– Zwiebel vierteln und in Streifen schneiden.
– Tomaten in 1-2 cm Würfel schneiden.
– Käse in kleine Würfel schneiden.
– Alle Gemüse in eine Schüssel geben und mit Öl, Limettensaft, Essig, Salz und Pfeffer mischen.
– Abschmecken und mind. 2 Stunden stehen lassen, damit der Chabis den Geschmack der Gewürze  aufnehmen kann.

Zum Salat werden gerne frittierte Kartoffel- oder Fleisch-Tacos gegessen.

Buen provecho! (Guten Appetit!)

Anmerkungen:
Salatkäse ähnelt mildem Feta und ist in der Migros erhältlich.

Tibetische Momo

dawa
Dawa Jangtsentsang, 
Tibet
Dawa lebt seit 2010 in der Schweiz. Ihr Mann flüchtete aus Tibet, um einer politisch bedingten Verhaftung zu entgehen. Dawa folgte mit ihrer älteren Tochter Tenzin zwei Jahre später über Nepal und Indien. Die Familie fand eine Wohnung in Suhr. Hier kam die kleine Tochter Pema zur Welt. In der tibetischen Gemeinschaft kann Pema tibetisch lernen. Die Tochter Tenzin war 12, als sie in die Schweiz kam. Ihr fehlen ihr Grossvater und die Freunde aus der Kindheit. Sie kam in eine Integrationsklasse und dann in die Sekundarschule. Tenzin übersetzt für ihre Mutter. Für Dawa ist das Leben hier nicht einfach. Sie hat wenig Schulbildung und ihre Fähigkeiten sind in der Schweiz nicht gefragt. In Tibet hat sie ein Restaurant geführt und in den Bergen Pilze für den Medizinal-Gebrauch gesammelt, die sie für gutes Geld verkaufen konnte. Die Familie macht die wunderbaren tibetischen Teigtaschen Momo, die sie auch bei tibetischen Aktionen auf dem Marktplatz in Aarau verkaufen.

Momo
Tibetische Teigtaschen

20 Stück

Teig:
250 g Mehl
4.5 g Trockenhefe (½ Pack) oder ¼ Würfel Frischhefe
¼ TL Salz, optional
100 ml Wasser

Füllung 1:
3 Rüebli (Karotten)
3 Kartoffeln
150 g Spinat
1 Zwiebel
100 g Tofu
2 Knoblauchzehen
2/3 TL Salz
½ TL Pfeffer

Füllung 2:
100 g Glasnudeln
1 kleiner bis mittelgrosser Chabis (Weisskohl)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
60 g Butter
2/3 TL Salz
½ TL Pfeffer

Teig:
Zutaten zu einem geschmeidigen Teig mischen. In einer Schüssel bedeckt 30 Min. ruhen lassen.

Füllung 1:
– Spinat waschen und grob hacken.
– Kartoffeln und Rüebli mit Röstiraffel reiben oder mit Cutter feinhacken.
– Zwiebel und Knoblauch feinhacken.
– Tofu in kleine Würfel schneiden.
– Alles in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer mischen.

Füllung 2:
– Glasnudeln in eine Schüssel geben und kochendes Wasser darübergiessen. 10 Min.
stehen lassen, damit die Nudeln quellen können.
– Wasser abgiessen und die Nudeln feinhacken.
– Chabis, Zwiebeln und Knoblauch feinschneiden oder -hacken.
– Mit den Glasnudeln in eine Schüssel geben. Butter, Salz und Pfeffer dazugeben und   miteinander verkneten.

– Teig zu einer dünnen Wurst rollen und in walnussgrosse Stücke teilen. Mit einem   Wallholz zu dünnen (1 mm) etwa 8 bis 10 cm grossen Rondellen ausrollen.
– Alternativ kann man den ganzen Teig ausrollen und mit einer Büchse oder einem Glas Rondellen ausstechen.
– Auf eine Teigrondelle 1-1.5 Esslöffel Füllung geben und zu einem Päckchen formen und falten. In Tibet kennt man vier regional verschiedene Faltformen. An der Form kann die  Füllung erkannt werden.

– 20 Minuten im Dampfkorb garen. Das Wasser soll kochen, bevor die Momo hineingelegt werden.

Schee la nge po nang go! (Guten Appetit!)

Chabiswickel für Faule

polina
Polina Wösten, 
Estland
Polina ist Russin und ist in Estland aufgewachsen. In Petersburg hat sie Wirtschaft studiert. Gerd und sie haben sich im Internet kennengelernt. Als Gerd Arbeit im Flughafen Kloten fand, sind sie von Deutschland in die Schweiz gezogen. Ihre zwei Kinder Nina und Simon sprechen deutsch und russisch. Polina ist Hausfrau. Gelegentlich macht sie Übersetzungen vom Deutschen ins Russische. In der Küche probiert Polina gerne neue Rezepte aus. Die Idee zu den Chabiswickeln für die faule Hausfrau ist von ihrer Mutter. Sie fand heraus, dass das Gericht auch ohne das Wickeln der Chabisblätter köstlich schmeckt!

chabiswickel

Golubzy
Chabiswickel für die faule Hausfrau

4 Portionen

1 kg Chabis (Weisskohl)
Öl zum anbraten
Salz, Pfeffer

Tomatensauce:
1 Zwiebel, gehackt
1 grosses Rüebli, in Streifen (Julienne) geschnitten
1 EL Mehl
1 Dose Pelati (400g)
Öl zum anbraten

Salz, Pfeffer

Hackfleischbällchen:
500 g Hackfleisch
100 g Reis, al dente gekocht
1 Zwiebel, gehackt
Salz, Pfeffer, Muskat
Sauerrahm

– Chabis in kleine Quadrate schneiden.
– In einem ofenfesten Schmortopf Öl erhitzen und Chabis andünsten. Mit Salz und  Pfeffer würzen. Die Hälfte vom angedünsteten Chabis hinausausnehmen und beiseite stellen.
– Für die Tomatensauce Zwiebel und Rüebli in etwas Öl mit dem Mehl andünsten.   Tomaten dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
– Für die Hackfleischbällchen Zwiebeln in etwas Öl andünsten.
– Alle Zutaten miteinander verkneten und handtellergrosse Bällchen formen.
– Fleischbällchen auf das Kraut in den Schmortopf legen. Die Tomatensauce darüber giessen und mit der anderen Hälfte vom Chabis bedecken.
– Ofen auf 180–200° vorheizen. Im zugedeckten Topf etwa 60 Min. schmoren lassen.
– Mit Sauerrahm servieren. Dazu passen Kartoffelstock oder Salzkartoffeln.

Prijatnogo appettita! (Guten Appetit!)

Eritreischer Gemüseeintopf

nasnete
Nasnete Ghebrmieale, 
Eritrea

Nasnete ist mit sieben Geschwistern in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea aufgewachsen. Sie arbeitete als Coiffeuse. Als sie vor elf Jahren vor dem Krieg in die Schweiz flüchtete, war sie schwanger. Ihre Tochter Rodas gebar sie in der Schweiz. Der Anfang war schwierig. Heute arbeitet sie in Suhr bei einer Reinigungsfirma. Am liebsten möchte sie einen Beruf lernen. Doch mit sieben Schuljahren sind ihre Möglichkeiten beschränkt. Sie spricht Tigrinya, Italienisch, etwas Arabisch und Deutsch. Im Suhrrli, dem Familienzentrum für Migrantinnen und ihre Kinder, geht sie in einen Sprachtreff und in ein Häkelatelier. Im «Merhaba» besucht sie als Katholikin einen religiösen Unterricht. In diesen Treffpunkten hat sie Freundinnen aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Und einer ihrer Brüder wohnt in Baden. Heute fühlt sie sich wohl in Suhr. Sie kocht eritreisch und andere Gerichte wie z.B. Pasta.

alitscha
Alitscha
Gemüseeintopf

4–6 Portionen

250 g Rüebli (Karotten), in groben Stäbchen
250 g Chabis (Weisskohl)
500 g Kartoffeln, halbiert, in Viertel oder Achtel
1 Zwiebel, halbiert in Streifen
1 Prise Salz
2 EL Sonnenblumenöl

1 Bund Petersilie
1 TL Ingwer, gerieben oder gehackt
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 TL Kurkuma
Salz

– Die Zwiebeln mit Salz in einer trockenen Pfanne hellbraun rösten. Dann erst 1 EL Öl dazugiessen. Beiseitestellen.
– Die Rüebli und Kartoffeln mit wenig Öl gemischt auf einem Backblech im vorgeheizten Ofen in etwa 20 Min. weich backen.
– In einer Pfanne Chabis mit ½ Liter Wasser und etwas Salz etwa 10 Min. bedeckt kochen. In ein Sieb abgiessen.
– Petersilie, Ingwer, Knoblauch und die Gewürze zu den Zwiebeln geben und kurz aufheizen.
– Gemüse, Gewürze und Kräuter portionenweise in eine Schüssel geben und vorsichtig vermengen.

Dieses Gemüse wird in Eritrea und Äthiopien auf Injeras, weichen, gesäuerten Pfannkuchen aus  Teffmehl gegessen.

Bruck! (Guten Appetit!)

 

 

Polnische Sauerkrautsuppe

tatiana
Tatiana Sumila, 
Polen
Tatiana ist im Norden Polens – an der Ostsee in der Hafenstadt Gdynia – aufgewachsen und hat in Danzig Norwegisch studiert. Ihr Freund Marcin, ein Medizinstudent, machte ein Praktikum am Kantonsspital Aarau. Als ihm eine Stelle angeboten wurde, haben sie geheiratet und sind in die Schweiz gezogen. Ein Jahr ums andere wurde der Arbeitsvertrag verlängert und die Familie ist geblieben. Ihre zwei Kinder sind hier geboren: Sohn Kajetan und Tochter Hanna, 15 und 9 Jahre alt. Tatiana unterrichtet Englisch an der Sekundarschule und der Migros Klubschule.
Die Familie geht wandern oder velofahren und im Sommer trifft man Tatiana gerne in der Badi.
In der Küche ist sie kreativ und probiert neben der polnischen Küche gerne neue Gerichte aus. Die Familie sagt dann: «Ah ein Gericht à la Mama.»
Gerade war Tatianas Mutter zu Besuch (auf dem Bild links) – sie segnete die Sauerkrautsuppe als gelungen ab.

Kapusniak
Polnische Sauerkrautsuppe
6 Portionen

500 g rohes Sauerkraut
1 Stück Wurst, Rippli oder Speck oder 2 Würfel Bouillon
2 Karotten, geraffelt
½ mittelgrosser Sellerie, geraffelt
2 Kartoffeln, in kleinen Würfeln
1 Zwiebel, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt oder gepresst
2–3 Lorbeerblätter
2–3 Pimentkörner (Nelkenpfeffer)
Salz, Pfeffer

– Sauerkraut mit etwas Wasser bedeckt auf kleiner Hitze etwa 30 Min. weichkochen.
Ab und zu kontrollieren, dass es nicht anbrennt.
– Wenn Wurst, Rippli oder Speck verwendet wird, diese in 2 Liter Wasser kochen und
die Brühe für die Suppe verwenden. Das Fleisch kleinschneiden und zuletzt in die Suppe geben. Ansonsten 2 Liter Brühe mit zwei Bouillonwürfeln zubereiten.
– Alle Gemüse zusammen mit Knoblauch, Lorbeer und Piment in der Brühe knapp gar kochen.
– Das Sauerkraut dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und 20 bis 30 Min. weiterkochen.
– Falls die Suppe nicht sauer genug ist, Sauerkrautsaft dazugeben.

Smacznego! – Guten Appetit!

 

Kniewickel mit Wirz oder Chabis

margrit

Margrit Fierz, Schweiz
Margrit Fierz ist 82 Jahre alt. Aufgewachsen ist sie Sarmenstorf. In Suhr lebt sie seit 1963. Sie hat drei Töchter und sechs Enkelkinder. Unterwegs ist sie mit dem Velo – oder mit dem Flugzeug, wenn Sie ihre Enkelin in San Francisco besucht. Sie turnt in Suhr und Aarau und ist in einer Französisch-Konversationsgruppe. Margrit ist an vielen kulturellen Veranstaltungen anzutreffen. Sie staunt, wie unglaublich sich die Welt im Verlauf ihres Lebens verändert hat. Hausmittel, wie die Wirzwickel werden aber immer noch und zunehmend wieder geschätzt. Die Suhrer und Suhrerinnen sagen übrigens «Chöli» zum Wirz.

Kniewickel mit Wirz

1 Wirz (alternativ Weisskohl)
Frischhaltefolie

– Wirzblätter ablösen. Die äusseren grünen chlorophyllhaltigen Blätter sind
besonders wirksam.
– Die dicke Mittelrippe abschneiden.
– Auf einem Brett Blatt für Blatt mit dem Wallholz geschmeidig walzen oder klopfen.
Der Saft soll austreten.
– Die Blätter auf ein Stück Frischhaltefolie legen und um das Knie wickeln.
Mindestens zwei Stunden oder über Nacht auf dem Knie lassen.
Anwendung für ein gutes Resultat sind zwei bis vier Wochen. Die Wickel wirken
entzündungshemmend und wirken besonders gut bei Knie-Arthrose.

Gute Besserung!