Die Jungschreiber – Ursina Mühlethaler

Ein Leben mit 1000 Seiten

Manch einer würde behaupten, ich rede zu viel. Ich für meinen Teil bin der Überzeugung, dass dies ein völliger Trugschluss ist. Das Problem liegt nämlich viel mehr darin, dass viele zu bequem sind, selbst zu reden. Dann hört man eben nur mich. Aber ich kann schliesslich nichts dafür, dass ich so viel zu erzählen habe. Und schweige ich einmal, ist es auch keinem recht. – Was solls. Man kann nicht von jedem verlangen, dass er so ein interessantes Leben führt wie ich. Meine Tage sind ziemlich vollgestopft. Wenn nicht sogar überlastet. Not enough storage available – genau wie bei meinem iPhone. Auch so etwas mit permanentem Unterhaltungswert. Die Aktivität meines Handys ist aber nicht das einzige, was uns verbindet. Denn sowohl in meinem iPhone als auch bei mir zu Hause herrscht oft ein ziemliches Chaos. Und wenn ich mal wieder ermahnt werde, meine Tasche aus dem Gang wegzuräumen (was ich absolut nicht verstehen kann, schliesslich stört sie da keinen, und am nächsten Tag brauche ich sie ja sowieso wieder), kontere ich mit meiner Lieblingsantwort: «Sorry, dass ich alles liegen lasse, aber den Platz im Zimmer brauche ich für meine Gedanken.» Wie war das noch mal? Der Kleingeist hält Ordnung, das Genie überblickt das Chaos. Genau. So geht das.

Incidentally – das ist mein neues Lieblingswort und bedeutet so viel wie übrigens. Wenn ich grad nicht Witze reisse oder meine Umgebung mit Geistesblitzen beglücke, lese ich sehr, sehr gern, incidentally. Deshalb kenne ich auch dieses Wort. Es stammt aus einem meiner absoluten Lieblingsbücher: The Perks of being a Wallflower von Stephen Chbosky – ein fantastischer Roman. Angelehnt an meine Leidenschaft und meine Stärken habe ich auch meinen zukünftigen Beruf gewählt: Buchhändlerin. Jetzt noch im Abschlussprüfungenstress, nachher stolze acht Wochen Ferien, und dann, endlich, werde ich mich ins Arbeitsleben stürzen. Ein grosser Schritt, auf den ich mich unbeschreiblich freue. Zwar arbeite ich jetzt schon neben der Schule, indem ich regelmässig babysitte, ist aber natürlich nicht ganz das Gleiche.

Neben dem intensiven Denksport, den ich an 5 Tagen pro Woche auf der Schulbank betreibe, spiele ich Tennis und tanze mir zweimal pro Woche die Füsse wund. Die Musik, die immer schon ein grosser Teil meines Lebens war, bleibt dabei nicht auf der Strecke. Incidentally, ich spiele leidenschaftlich Klavier und nehme Gesangsunterricht. Singen kann ich zwar noch immer nicht; trotzdem singe ich sämtliche Leitern rauf und runter, vorzugsweise auf dem Fahrrad oder beim Joggen, was übrigens schon so manchen Kameraden aus dem Konzept gebracht hat. Ob aus Bewunderung oder vor Schreck – das sei dahingestellt.

Ansonsten verbringe ich meine Freizeit grösstenteils mit meinen Freunden und in der Pfadi. Am intensivsten ist jedoch meine Leidenschaft fürs Schreiben, und die werde ich im meinen Dorfschreiberjahr zünftig ausleben. Mit Ihnen als Leser und Leserin? – Das will ich doch schwer hoffen.

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